Sodbrennen und Verdauungsprobleme beim Hund: Was hilft? Meine Erfahrung mit Pankreasenzymen

Sodbrennen und Verdauungsprobleme beim Hund: Was hilft? Erfahrung mit Pankreasenzymen

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Sodbrennen und Verdauungsprobleme beim Hund: Was hilft? Meine Erfahrung mit Pankreasenzymen

30-Sekunden-Zusammenfassung

Dein Hund schmatzt, leckt, frisst Gras oder wird nachts unruhig, und du fragst dich, ob es Sodbrennen sein könnte. Mir ging es genauso. In diesem Erfahrungsbericht erzähle ich, wie sich bei meinem Hund Verdauungsprobleme mit Sodbrennen gezeigt haben, was in welcher Reihenfolge geholfen hat (und was nicht). Du erfährst, woran du Sodbrennen beim Hund erkennst, was du sofort tun kannst, welche Hausmittel es gibt, wann der Tierarzt wichtig ist und warum Verdauungsenzyme und ein durchdachter Darmaufbau bei meinem Hund so wichtig geworden sind.

Kurz und knapp

  • Sodbrennen beim Hund ist meist ein Zeichen, dass Magensäure oder Gallenflüssigkeit in die Speiseröhre zurückfließt. Hinter dem Symptom steckt oft eine Ursache, die der Tierarzt abklären sollte.
  • Verdauungsprobleme beim Hund betreffen selten nur eine Stelle: Magen, Galle, Bauchspeicheldrüse und Darm arbeiten zusammen, und wenn es an einer hakt, merkt man es oft an einer anderen.
  • Typische Zeichen: Schmatzen, Schlucken, Gras fressen, Aufstoßen, Unruhe oder Hecheln, vor allem abends und nachts, Pfoten Lecken und Knabbern.
  • Sofort helfen können mehrere kleine Mahlzeiten und der Gang zum Tierarzt, wenn die Beschwerden nicht nach kurzer Zeit nachlassen.
  • Bei meinem Hund spielten Unverträglichkeiten, gereizte Magenschleimhaut, Gallensäuren, Darm und Bauchspeicheldrüse zusammen, ein typischer Fall von Verdauungsproblemen mit mehreren Baustellen.

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Verdauungsprobleme beim Hund: Wie Magen, Galle, Bauchspeicheldrüse und Darm zusammenhängen

Wenn Halter von Verdauungsproblemen sprechen, meinen sie meistens ein Symptom: Durchfall, Blähungen, Erbrechen, Aufstoßen. Ich musste für meinen Hund verstehen, dass dahinter oft ein Zusammenspiel steckt, und dass es hilft, die Stellen einzeln anzuschauen:

  • Magen und Speiseröhre: Hier entsteht das Sodbrennen, wenn Säure oder Galle in die Speiseröhre fließt. Medikamente wie manche Schmerzmittel können die Schleimhaut des Magens zusätzlich reizen.
  • Galle: Gallensäuren helfen bei der Fettverdauung. Fließen sie in den Magen, kann das Durchfall (Fettstuhl) und Reizungen begünstigen. Bei meinem Hund ist das tierärztlich bestätigt (Gallensäurenverlustsyndrom).
  • Bauchspeicheldrüse: Sie liefert die Enzyme, die das Futter zerlegen. Fehlen sie, wird Futter schlecht verwertet. Nährstoffmangel ist vorprogrammiert, bei manchen Hunden ist es schon so schlimm, dass man es am Fell erkennnt oder sie stark abnehmen. Das ist das Thema EPI und der Grund für die Gabe von Verdauungsenzymen zum Futter.
  • Darm: Im Darm entscheidet sich, ob Nährstoffe ankommen. Darmflora, Futterverträglichkeit und die Durchlässigkeit der Darmwand (Leaky Gut) spielen hier hinein.

Das ist meine Sortierung aus der Erfahrung mit meinem Hund. Sie kann dir vielleicht helfen: zuerst einen Notfall ausschließen, dann herausfinden, an welcher Stelle es hakt, und dann nach geeigneten Mitteln suchen. Genau so ist auch dieser Artikel aufgebaut.

Mein Hund und seine Verdauungsprobleme: Wie das Sodbrennen anfing

Mein Hund hatte schon seit dem Welpenalter Verdauungsbeschwerden (weicher Kot, Durchfall), und musste oft aufstoßen. Irgendwann kam etwas dazu, das ich zuerst nicht wirklich verstand: Abends und nachts wurde er unruhig und hechelte, obwohl es weder warm war noch er sich bewegt hatte. Er übergab sich auch oft. Sein Gesicht wirkte gestresst, der Bauch fühlte sich fest an. Wer nachts schon neben einem hechelnden, unruhigen Hund saß, dem es wirklich schlecht geht, und nicht weiß, was man noch tun kann, kann verstehen, wie schlimm das ist.

Ich habe damals Riopan auf Anraten des Tierarztes gegeben, ein Antazidum aus der Humanmedizin, das Magensäure puffert. Es hat nach etwa 15 bis 30 Minuten geholfen, man konnte fast die Uhr danach stellen, mein Hund wurde ruhig und schlief endlich ein. Für mich war das ein wichtiger Hinweis: Wenn die Unruhe auf ein säurebindendes Mittel so klar anspricht, liegt die Ursache für seinen Schmerzen im Magen. Nach langer Recherche kam ich später darauf, dass es sogar noch tiefer, bis in den Darm hinein geht. Neben der Magensäure spielt bei meinem Hund vermutlich ein Gallensäurenreflux noch eine größere Rolle.

Dazu kurz ein weiterer Punkt, der viele Halter nicht bewusst ist: Bekommt dein Hund (entzündungshemmendes) Schmerzmittel wie z. B. Inflacam? Solche Mittel können die Magenschleimhaut sehr reizen. Bei meinem empfindlichen Hund bekam ich zeitweise Inflacam ohne einen Magenschutz, und das Ergebnis war eine wochenlange Magenschleimhautentzündung.

Wenn du gerade vor einer ähnlichen Situation stehst: Es geht so vielen Hundehaltern gleich. Sodbrennen beim Hund, wie es im Alltag genannt wird, wie Tierärzte es eher als Reflux beschreiben, ist leider sehr, sehr häufig. Dieser Artikel ist meine Antwort, so ausführlich und Ursachen beleuchtend, wie ich sie dir geben kann.

Die Befunde meines Hundes

Damit du einschätzen kannst, wovon ich spreche, hier die Werte meines Hundes. Sie stammen aus Blutbildern und Stuhlproben beim Tierarzt in der Zeit vor der Supplementierung und angepassten Fütterung. Es war praktisch der Tiefpunkt, nachdem ich endlich Diagnosen erhielt. Mir ist dabei noch wichtig, zu erwähnen: Es gilt, das Gesamtbild zusammenzuführen. Nur weil ein Wert noch im „Normbereich“ ist, heißt das nicht automatisch, dass „alles gut ist“.

BefundWertBedeutung
Zonulin (Kotprobe)800Leaky Gut: Sehr hoher Wert, wird als Hinweis auf eine durchlässige Darmwand gedeutet
TLI (Bauchspeicheldrüse, Bluttest)9 µg/l ; 2 Jahre später (nach meiner Supplementierung) 21, µg/lExokrine Pankreasinsuffizienz: 9 liegt zwar über dem Grenzwert von 5,5 µg/l, der Tierarzt hielt den Wert von 9 bereits für ernst zu nehmen; heute ist er normal
Spec cPL (Bluttest)unter 30Kein Hinweis auf eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung
Ausführliches KotprofilU. a. Elastase im Kot zu niedrig, E. coli mäßig vermindert, Clostridium und Schimmelpilze im Grenzbereich, intestinale Ökobilanz gering erhöht, histaminbildende Bakterien negativHinweis auf ein gestörtes Darmmilieu: Niedrige Elastase = Bauchspeicheldrüsenschwäche, E. coli, Clostridium & Schimmelpilze, intestinale Ökobilanz = Dysbiose
Gesamtgallensäuren im Kot (Kotprobe)14,3 µmol/gGallensäurenverlustsyndrom: deutlich über dem normalen Referenzbereich < 2,5 µmol/g

Dein Hund hat Sodbrennen: So erkennst du es

Wenn du den Eindruck hast, dein Hund hat Sodbrennen, achte auf diese Symptome: häufiges Schmatzen und Lecken, auch Lecken und Knabbern an Körperstellen wie Pfoten, „Leerschlucken“, Gras fressen, Aufstoßen oder Rülpsen, Würgen, Unruhe, Hecheln im Ruhezustand (tlw. Appetitlosigkeit, muss aber nicht zwingend zutreffen), manchmal auch Husten oder Räuspern, Übergeben. Vieles davon tritt gern nachts oder am frühen Morgen auf, wenn der Magen leer ist. Der Hund ist übersäuert.

Wie macht sich eine Übersäuerung beim Hund bemerkbar? Wer von Übersäuerung spricht, meint meistens zu viel Säure im Magen.
Ich möchte nur kurz dazu erklären, dass Sodbrennen in manchen Fällen auch von zu wenig Magensäure ausgelöst werden kann.

Zum Thema Übersäuerung gilt, dass ein Hund keineswegs extrem viel Fleisch benötigt – hier reicht die Ein-Drittel-Regel der Gesamtration für den Fleischanteil völlig aus. Um der Säurebelastung entgegenzuwirken, kann man dem Hund etwas Natron ins Trinkwasser streuen oder ihn für eine gewisse Zeit basisch mit viel Gemüse ernähren.

Sodbrennen oder Reflux?

Im Alltag sagen wir Sodbrennen, Tierärzte sprechen von Reflux, wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Meint man dasselbe? Weitgehend ja. Ein Hund mit Reflux kann Säure, aber auch Gallenflüssigkeit nach oben bekommen, und das macht einen Unterschied für die Behandlung. Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu ernsten Notfällen wie einer Magendrehung oder einem verschluckten Fremdkörper: Ein aufgeblähter Bauch, ständiges erfolgloses Würgen oder ein Hund, der sich den Bauch gar nicht anfassen lässt, gehören natürlich sofort in die Tierklinik.

Ursachen: Warum bekommt ein Hund Sodbrennen?

Die häufigsten Gründe sind Fütterungsfehler (zu große Portionen, lange Pausen, zu fettes Futter, unverträgliches Futter, zu viel Säure/Fleisch), Stress, Medikamente/Schmerzmittel und Grunderkrankungen im Magen-Darm-Bereich. Bei meinem Hund kam alles zusammen: ein empfindlicher Darm (Leaky Gut und eine geschädigte Darmflora), eine Bauchspeicheldrüsenschwäche und das Gallensäurenverlustsyndrom. Es besteht auch der Verdacht, dass der untere Speiseröhrenschließmuskel (auch Magenpförtner-Eingang oder unterer Ösophagussphinkter/Kardia) erschlafft ist oder nicht mehr richtig schießt. Mehr dazu weiter unten.

Wann zum Tierarzt?

Beim ersten Verdacht und besonders, wenn es immer wiederkommt, solltest du Sodbrennen abklären lassen, schon weil hinter dem Symptom Magenschleimhautentzündungen, Speiseröhrenentzündungen oder andere Erkrankungen stecken können. Auch Schluckprobleme oder Regurgitieren (unverdautes Futter kommt ohne Würgen wieder hoch) gehören immer in die Abklärung: Dahinter steckt dann oft kein Sodbrennen, sondern ein Problem der Speiseröhre, manchmal Muskelschwund oder spezifisch GOLPP (Geriatric Onset Laryngeal Paralysis Polyneuropathy). Sofort in die Praxis oder Klinik gehe bitte bei Blut im Erbrochenen, schwarzem Kot, anhaltendem Erbrechen, starken Schmerzen, aufgeblähtem Bauch oder Apathie.

Sodbrennen beim Hund: Was tun?

Sodbrennen beim Hund: Was tun?
Sodbrennen beim Hund: Was tun?

Viele Halter fragen: Was kann man machen, wenn der Hund Sodbrennen hat? Die Antwort braucht vor allem eine Reihenfolge. So gehe ich vor:

  1. Notfall ausschließen
  2. Akut helfen: siehe Tipps in diesem Artikel
  3. Beobachten/notieren: Wann tritt es auf, wie lange, was war vorher? Das ist wichtig, um die Ursache herauszufinden.
  4. Tierarzt einbeziehen: besonders wenn Medikamente im Spiel sind, oder das Problem nicht binnen Tagen besser wird
  5. Fütterung anpassen: Futterart verändern, lieber mehrere kleine Mahlzeiten, keine große Portion vor dem Schlafen/Liegen
  6. Nahrungsergänzungen: Supplements, Darmaufbau langfristig

Hinweis: Oft leiden Hunde besonders nachts unter Reflux und Sodbrennen, weil in der flachen Liegeposition Magensäure leichter durch den gesenkten Kopf in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Was hilft bei Sodbrennen beim Hund?

Das hängt natürlich von der Ursache ab. Das Ziel muss immer sein, die Ursache zu behandeln und nicht nur an den Symptomen herumzudoktern, oder sie gar über lange Zeit mit Medikamenten zu unterdrücken, ohne sonst etwas zu verändern.
Bei meinem Hund half der grundsätzliche Darmaufbau (nach Blutproben und Kotproben beim Tierarzt), das Umstellen des Futters auf nur noch max. 1/3 Fleisch und Selbstgekochtes, eine Kombination aus mehreren kleinen Mahlzeiten, Verdauungsenzymen zum Futter und, wenn es akut wurde, einem säurebindenden Mittel. Einiges hat nicht geholfen: Ulmenrinde (Slippery Elm) zum Beispiel, die als Schleimstoff beschichtend wirken soll, hat bei meinem Hund keine spürbare Besserung gebracht. Ausgekochte Flohsamenschalen helfen bei meinem Hund akut leider nur bedingt, kommen aber gelegentlich zur Vorbeugung mit ins Futter.

Flohsamenschalen-Schleim

Ungefähr 3 Esslöffel (oder mehr, ich mache den Schleim immer sehr zäh) Flohsamenschalen (am besten nicht geschrotete) mit ca. 250 ml Wasser in einem Topf aufkochen und 5–20 Minuten leicht köcheln lassen, bis ein dickflüssiger Schleim entsteht. Je länger er kocht, desto zähflüssiger wird er. Nach dem Abkühlen können gelegentlich 1–2 EL davon unter das Futter gemischt werden.

Soforthilfe bei akutem Sodbrennen

Was kannst du sofort tun? Die Frage nach der Soforthilfe bei Sodbrennen beantworte ich mit drei Punkten: dem Hund keine große Mahlzeit geben, sondern bei Bedarf eine winzige Menge Schonkost (hierbei wenig Fleisch: Fleisch ist nicht basisch, sondern sauer und kann Sodbrennen auslösen) oder einen Zwieback (manche Hunde mögen auch Reiswaffeln), und bei starken Beschwerden natürlich den Tierarzt anrufen.

Als säurebindendes Mittel schlug mir mein Tierarzt Riopan (kurzfristig) vor. Es wirkt bei meinem Hund wirklich sehr gut, enthält aber Aluminium. Also kontraproduktiv, wenn du mühselig die Darmflora deines Hundes wieder aufbauen willst. Deshalb wollte ich es auf gar keinen Fall zur Dauerlösung machen und habe nach einer Alternative für den Alltag gesucht. Ob und in welcher Menge es für deinen Hund passt, sagt dir am besten dein Tierarzt.

Auch Gelusil Lac gab mir mein Tierarzt zeitweise, dies hatte aber auch nur eine leichte Linderung der Beschwerden gebracht (Riopan bildet eine schützende Schicht auf der Magenschleimhaut und bindet Magensäure dadurch besonders schnell und stark. Gelusil Lac neutralisiert die Säure hingegen primär im Magensaft selbst, legt sich weniger als Schutzfilm an die Magenwand und wirkt dadurch deutlich schwächer).

Hausmittel gegen Sodbrennen beim Hund im Check

Wer nach Mitteln recherchiert, findet vor allem diese: Heilerde, Ulmenrinde, Haferflocken oder Haferschleim, Kartoffelsaft, Karotte, Fenchel- oder Kamillentee, Magerquark und Zwieback:

  • Kartoffelsaft nur aus gut geschälten, grünstellenfreien Kartoffeln, wegen des Solanins.
  • Heilerde und andere bindende Mittel können andere Stoffe wie Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente binden. Gib sie mit mindestens zwei Stunden Abstand dazu.
  • Haferflocken passen nicht zu jedem Hund, etwa bei Gluten- oder Getreideunverträglichkeit.

Und für alle, die wissen wollen, was hilft gegen Sodbrennen sofort mit Hausmitteln: Wenn es wirklich akut ist, probiere mal ein paar Prisen Natron über das Futter, das hat bei uns immer relativ gut und binnen kurzer Zeit geholfen.

Alternativen zu Riopan, die ich recherchiert habe

Weil Riopan Aluminium enthält, wollte ich wissen, was es für den Alltag an Alternativen gibt. Das habe ich mir angesehen: Apfelpektin soll Gallensäuren binden, kann aber auch Mineralien mitnehmen, weshalb ich es nur mit Abstand zu Zink, Selen und Magnesium geben würde. Kaolin ist ein Tonmineral, das bindet und die Schleimhaut abdecken soll. Leinsamenschleim und Ulmenrinde sind pflanzliche Schleimstoffe, wobei die hoch angepriesene Ulmenrinde bei meinem Hund nichts gebracht hat. Leinsamenschleim war akut leider oft zu schwach, wird aber gelegentlich vorbeugend dem Futter untergerührt. Natron neutralisiert Säure kurz, hat aber bei meinem Hund leider in ganz schlimmen Akutphasen auch nicht genügend gewirkt. Der gute alte Kamillentee wird sehr gut vertragen, mehrere Beutel stark aufgebrüht und natürlich kalt im Alltag prophylaktisch unter das Futter gegeben, oder im Akutfall gemischt mit ein paar Prisen Natron.

Mein Fazit: Ich habe sehr sehr viel ausprobiert, für akute Anfälle dann final Süßholzwurzel gefunden, welches Riopan für meinen Hund sehr gut ersetzen kann. Mehr dazu weiter unten.
Langfristig zählt aber, wie gesagt, Grundlegendes: die angepasste Fütterung und der Darmaufbau.

Sodbrennen beim Hund: Behandlung durch den Tierarzt

Zur Behandlung von Sodbrennen beim Hund gehört zuerst die Suche nach der Ursache. Der Tierarzt tastet den Bauch ab, schaut sich Blutwerte und Kot an und überlegt, ob Ultraschall oder eine Magenspiegelung nötig sind. Dann entscheidet sich, was sinnvoll ist: Futterumstellung, Absetzen oder Wechseln eines Medikaments, Magenschutz oder die Behandlung einer Grunderkrankung.

Medikamente gegen Sodbrennen

Beim Thema Medikament gegen Sodbrennen beim Hund unterscheidet man grob Antazida, die Säure neutralisieren, Magenschutz-Mittel, die die Schleimhaut abdecken, und Säurehemmer (zum Beispiel Sucralfat oder Omeprazol, beides nur nach tierärztlicher Verordnung). Welches davon, in welcher Menge und wie lange, entscheidet der Tierarzt.
Der wesentliche Unterschied liegt in ihrer Funktionsweise: Während Säurehemmer wie Omeprazol die tatsächliche Säureproduktion in der Magenwand drosseln, verändern Magenschutz-Mittel wie Sucralfat die Säuremenge nicht, sondern legen sich wie ein flüssiges Pflaster schützend über die gereizte Schleimhaut. Antazida wiederum greifen nicht in die Säurebildung ein, sondern binden und neutralisieren lediglich die bereits im Magen vorhandene Säure.
Meiner Meinung nach sollten diese Medikamente akut gegeben werden, jedoch langfristig sollte man versuchen, mit natürlichen Mitteln zu arbeiten und im besten Fall an der Ursache zu arbeiten.

Ist Sodbrennen beim Hund gefährlich?

Gelegentliches Aufstoßen ist meist harmlos. Wenn sich Sodbrennen aber über Wochen oder Jahre hält, kann die Speiseröhre entzündet werden, und der Hund frisst schlechter, nimmt ab oder hat Schmerzen und Probleme beim Schlucken. In meinem Fall schien auch der Kehlkopf meines Hundes durch die starke wiederkehrende Reizung in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein, wodurch sogar Schluckbeschwerden auftraten. Das kannst du ggf. bei deinem Tierarzt ansprechen, meinen musste ich auf diesen möglichen Zusammenhang hinweisen. Manchmal ist das Sodbrennen also nur das sichtbare Symptom von etwas Größerem. Deshalb lieber einmal zu viel abklären und mitdenken.

Sodbrennen beim Hund vorbeugen

Wie kannst du Sodbrennen beim Hund vorbeugen? Mehrere kleine Mahlzeiten (bis zu 5 am Tag) statt einer großen, angepasstes Futter (basischer statt zu sauer, fettreduziert), Unverträglichkeit überprüfen, möglichst feste Futterzeiten, ruhige Phasen nach dem Fressen, wenig Stress, keine späte große Portion am Abend und; wenn z. B. Schmerz-Medikamente bei deinem Hund nötig sind, halte Rücksprache mit deinem Tierarzt zu ggf. einem Magenschutz.

Auf die Frage, welche Art Futter ich genau gebe, gehe ich weiter unten ein unter „Futter bei Sodbrennen: Was füttere ich?“.

In meinem Fall war vor allem der Aufbau der Darmflora meines Hundes ausschlaggebend und die regelmäßige Gabe von Verdauungsenzymen. Vorbeugend kannst du die Mittel unter „Alternativen zu Riopan, die ich recherchiert habe“ geben, wobei ich besonders auf Süßholzwurzel weiter unten im Text noch einmal eingehe.

Bitte unterschätze bei deinem Hund nicht das Thema Psyche und überprüfe, ob das Thema Stress ein möglicher Auslöser sein kann.

Sodbrennen nachts beim Hund

Sodbrennen nachts beim Hund
Sodbrennen nachts beim Hund

Wenn dein Hund nachts Sodbrennen hat, merkst du das oft an der Unruhe: Er schmatzt, knabbert und leckt, kratzt vielleicht unruhig mit den Pfoten an seiner Decke, legt sich immer wieder um, ohne zur Ruhe zu kommen. Viele Halter vermuten zuerst, ihr Hund müsse raus. Dann geht er aber nur widerwillig Gassi (oder ist sehr nervös währenddessen, ist nicht wirklich ansprechbar).
Ich kenne das auch. Eigentlich ist es traurig, dass wir manchmal so schlecht darin sind, zu verstehen, was unser Hund uns sagen möchte. Ich kenne zum Beispiel von meinem Hund Nächte, in denen ich mehrfach gestresst mit ihm draußen war, ohne dass er sich löste; dabei fiel mir seine besondere Unruhe auf, er zog an der Leine und war nicht wirklich ansprechbar. Auch das können Anzeichen für sehr starken Magenschmerzen sein!
Oft wird ja berichtet, dass es aufkommt, wenn der Magen länger leer war. Auch ich füttere vor dem Schlafen deswegen noch eine kleine Portion, aber in erster Linie hat die Futterumstellung und der Darmaufbau geholfen.

Warum eigentlich nachts? Im Liegen fließt Mageninhalt leichter zurück in die Speiseröhre, und der Magen ist leer, sodass Säure und Galle ungepuffert auf die Schleimhaut treffen.

Süßholzwurzel abends: Mein Favorit für meinen Hund

Süßholzwurzel hilft bei uns wunderbar gegen Sodbrennen, bzw. besonders gegen den nächtlichen Reflux. Hier gibt es einen wichtigen Punkt: Süßholzextrakt enthält Glycyrrhizin. Das beeinflusst Hormone wie Cortisol und Aldosterone, kann den Blutdruck erhöhen, und bei zu langer oder zu hoher Einnahme können Nebenwirkungen aufteten.

In meiner Routine und langer Odyssee ist Süßholzwurzel als Abendbaustein vorgesehen, wenn mein Hund wieder etwas empfindlicher ist. Am besten etwa 20 Minuten vor dem Spät-Snack (es geht auch direkt mit dem Snack, vermutlich wird dein Hund es sonst nicht fressen). Ob es für deinen Hund passt, solltest du natürlich mit deinem Tierarzt klären, besonders bei Medikamenten wie Kortison oder bei Herz-, Nieren- oder Blutdruckproblemen.

Meine Empfehlung: Süßholzwurzel (Pulver)

Für Hunde mit Sodbrennen ist Süßholzwurzel ein sanfter pflanzlicher Baustein. 

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Gallensäurenverlust beim Hund

Was ist Gallensäurenverlust beim Hund? Gallensäuren helfen im Dünndarm bei der Fettverdauung. Gehen sie „verloren“, also gelangen sie fälschlicherweise in den Dickdarm, kann das Durchfall begünstigen. Fließt Galle hingegen in den Magen zurück, kann sie dort die Schleimhaut reizen.

Genauer: Was heißt hier also genau verloren? Unter normalen Umständen betreibt der Körper ein Recycling (den sogenannten enterohepatischen Kreislauf): Etwa 95 % der, von der Leber gebildeten Gallensäuren, werden im hinteren Abschnitt des Dünndarms wieder aufgenommen und zurück zur Leber transportiert.
Beim Gallensäureverlust-Syndrom geht diese Wiederaufnahme verloren. Weil die Dünndarmschleimhaut (z. B. durch eine chronische Entzündung, wie es bei meinem Hund der Fall ist) die Gallensäuren nicht mehr einsaugen kann, verliert der Körper sie nach außen. Sie werden nicht recycelt, sondern ungenutzt über den Kot ausgeschieden.
Sie landen also am falschen Ort (im Dickdarm): Die ungehemmt in den Dickdarm weiterfließenden Gallensäuren reizen dort massiv die Schleimhaut. Sie ziehen Wasser in den Darm und lösen so den typischen, teils wässrigen oder fettigen Durchfall „Fettstuhl“ aus.

Mit „verloren“ ist also gemeint, dass die Gallensäuren dem Recyclingkreislauf des Körpers entgehen und stattdessen schädlich über den Dickdarm ausgeschieden werden.

Eine kurze weitere Anmerkung noch dazu, weil es so wichtig ist: Für die Leber bedeutet das dauerhafte Höchstarbeit: Da ihr der gewohnte Nachschub aus dem Recyclingkreislauf fehlt, muss sie ununterbrochen neue Gallensäuren aus Cholesterin nachproduzieren, um den Verlust auszugleichen, was das Organ stark belastet und langfristig erschöpfen kann.
Bei meinem Hund waren schon in jungen Jahren die Leberwerte nicht wirklich gut, erst Jahre später erhielt ich die Diagnose „Gallensäurenverlustsyndrom“. Heute kann ich endlich die Bausteine zusammensetzen. Dies jedoch bedeutet natürlich, dass ich heute auch seine Leber unterstützen muss.

Gallensäuren und der Zusammenhang mit Reflux

Normalerweise fließen Gallensäuren also im Dünndarm weiter nach hinten, in den hinteren Abschnitt. Wenn der Schließmuskel zwischen Dünndarm und Magen (der Pförtner / Pylorus) nicht richtig schließt, kann Galle den falschen Weg hoch in den Magen strömen (Galle-Reflux).

Gelangt sie in den Magen, reizt sie die Magenschleimhaut massiv. Wandert dieses förmlich aggressive Gemisch aus Magensäure und Gallensäuren weiter nach oben in die Speiseröhre, führt das zu besonders schmerzhaften Entzündungen und Würgen (oft gelblicher oder grünlicher Schaum, besonders morgens auf nüchternen Magen).

Wie man also erkennen kann: Ein Sodbrennen kann auch ursächlich aus einem entzündeten Dünndarm kommen.
Für meinen Hund habe ich hier u. a. Lecithin eingesetzt: Es entfaltet seine entschärfende Wirkung direkt im Magen, sobald Galle durch Reflux dorthin fließt, und schützt gleichzeitig die Magenschleimhaut vorsorglich durch den Aufbau ihrer fettbasierten Schutzschicht.

Futter bei Sodbrennen: Was füttere ich?

Futter bei Sodbrennen: Was füttere ich?
Futter bei Sodbrennen: Was füttere ich?

Bei Hundefutter bei Sodbrennen kommt es auf das Futter selbst, und die Art zu füttern an: mehrere kleine Mahlzeiten, moderater Fettgehalt, gut verdauliche Zutaten, nichts Scharfes, Gewürztes. Eine Obergrenze von etwa fünf Prozent Fett ist erstrebenswert.

Generell prüfe, was du deinem Hund in den Napf gibst. Das Fertigfutter ist oftmals unsagbar ungesund, auch Kauartikel und Leckerlis haben trotz perfekter Verpackungsaufschrift sehr ungesunde Zusatzstoffe (sogar getrocknete pure Rinderkopfhaut beispielsweise wird in der industriellen Herstellung häufig mit chemischen Laugen enthaart, mit Wasserstoffperoxid gebleicht und mit ungesunden Konservierungsmitteln haltbar gemacht). Das schlägt deinem Hund auf den Magen und zerstört seine Darmflora.

Für meinen Hund koche ich nur noch selbst. Würdest du essen, was da in den Dosen ist? Nein. Eigentlich ist es ganz einfach, überlege, wann du Sodbrennen bekommst. Zu viel Fleisch, Weißmehl, Kohlehydrate oder Fett, Fertigprodukte.
Fettarme, basische Ernährung mit viel gekochtem Gemüse (z. B. Zucchini), wenig leicht verdaulichem Eiweiß (für meinen Hund Kaninchen oder Seelachsfilet) ist wunderbar, keine Innereien, keine Knochen. Und es ist wirklich nicht schwer, seinen Hund gesund zu ernähren. Habe da keine Angst. Das ist kein Hexenwerk, auch wenn die Fertigfutter Industrie dir das weismachen möchte. Mein Tierarzt meinte zu mir: Ernähre deinen Hund wie du ein Kind ernähren würdest, kindgerechte Nahrung.

Noch etwas: Stinkt dein Hund? Wenn ja, kann sich das durch eine gesunde Ernährung und Darmaufbau ändern (natürlich sofern ursächliche Krankheiten ausgeschlossen sind). Ein stinkender Hund zeigt auch, dass da etwas nicht ideal ist, ein Hund muss nicht stinken.
Das gleiche gilt für Mundgeruch, der oft aus dem Magen kommt (Zahnprobleme o. ä. natürlich ausgeschlossen).

Wenn du wirklich langfristig etwas Gutes tun möchtest, besorge dir einen Dörrofen und trockne Fleisch, Fisch, gelegentlich Innereien, Obst, Gemüse – was dein Hund mag und verträgt. Besser und gesünder kannst du Kausnacks nicht bekommen.

Schonkost bei Magenproblemen

Schonkost beim Hund ist für die ersten ein bis zwei Tage ein bewährter Einstieg: leicht verdaulich, mild, in kleinen Portionen. Danach wird langsam wieder umgestellt. Schonkost ist eine Übergangslösung und kein Dauerprogramm.

  • Proteinquelle (mager & leicht verdaulich): Gekochte Hähnchen- oder Putenbrust oder fettarmer Hüttenkäse
  • Kohlenhydratquelle (magenfreundlich): Sehr weich gekochter, matschiger Reis oder gekochte Kartoffeln (gestampft). Bei empfindliche Hunden können Kohlenhydrate einen Tag stehen gelassen und dann gefüttert werden weil resistente Stärke entsteht und Allergiker sie dann besser vertragen können. Beim Abkühlen verändern sich die Stärkemoleküle (z. B. in gekochtem Reis oder Kartoffeln). Diese resistente Stärke gelangt unverdaut in den Dickdarm, dient den nützlichen Darmbakterien als Nahrung und schont den Magen-Darm-Trakt.
  • Gemüse & Schleimhautschutz: Morosche Karottensuppe (oder sehr lange weich gekochte Karotten) zur Beruhigung des Magen-Darm-Trakts
  • Keine Knochen, keine Innereien und kein Fett (wie Haut oder auch fettes Fleisch)

Nassfutter oder Trockenfutter?

Die Frage „Sollte ein Hund mit Sodbrennen Nass- oder Trockenfutter essen?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Nassfutter ist weicher und für manche Hunde angenehmer, Trockenfutter lässt sich zumindest einweichen. Ich würde Trockenfutter einweichen, denn das erleichtert es dem angeschlagenen Magen.

Entscheidend ist, was dein Hund verträgt, und ob die Fettmenge passt.

Bei meinem Hund ist mir jedenfalls aufgefallen, dass alles Getrocknete in Maßen gefüttert werden muss. Kein Trockenfutter und nicht zu viele getrocknete Snacks, das gibt sonst auf jeden Fall auch Sodbrennen.

Natürlich kann nicht jeder für seinen Hund kochen, aber ich würde bei Sodbrennen und dem naheliegenden Verdacht, dass hier das Futter nicht vertragen wird, zumindest zu einem wirklich guten Futtermittelhersteller wechseln, falls noch nicht geschehen. Falls das Futter schon sehr hochwertig ist, würde ich also im nächsten Schritt Unverträglichleiten und den Darm überprüfen.

Bedauernswert finde ich, wenn Hundehalter nichts verändern, das selbe Futter füttern und seinem Hund dauerhaft starke Medikamente gegen das Sodbrennen geben.

Auch bedauernswert ist es, dass manche bekannte Hundefutter Marken mit Hochglanzetikett „Gastrointestinal“ Futter verkaufen. Wer sich die Inhaltsstoffe anschaut, findet kontraproduktive billige Füllstoffe wie Weizenmehl, Weizenfuttermehl und Pulvercellulose, Geflügelprotein getrocknet, hydrolysierte Tierproteine, Tierfett u.v.m. Solche Zutaten im Futter begünstigen Sodbrennen sogar!

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Pankreasenzyme beim Hund: Meine Erfahrung

Pankreasenzyme beim Hund sind Verdauungsenzyme, die die Bauchspeicheldrüse normalerweise selbst bildet: Sie zerlegen Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate im Futter. Wer sie in Form von Ergänzungsmitteln gibt, unterstützt die Verdauung, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug liefert oder der Darm Entlastung braucht.

Der Zusammenhang mit dem Sodbrennen: Wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig Enzym produzieren kann (Exokrine Pankreasinsuffizienz), bleibt die Nahrung unvollständig verdaut im Magen und Darm liegen. Diese unverdauten Fette und Proteine führen zu Fehlgärungen und Gasbildung, was den Druck im Magen erhöht. Durch diesen erhöhten Innendruck wird Mageninhalt samt Säure und Galle nach oben gepresst, was direkt Sodbrennen und Reflux auslöst, was bei meinem Hund der Fall ist.

Bei meinem Hund gehören Verdauungsenzyme zum Plan, direkt zum Futter. Natürlich auf Anraten meines Tierarztes und nach der Diagnose „Bauchspeicheldrüsenschwäche“. Die Enzymgabe passt zu dem, was ich in Verdauung, Kotbild, Blutbild und Darm mit meinem Tierarzt ausgewertet habe. Das Schöne ist, nach dem Darmaufbau (dieser hat mehrere Monate gedauert) und erneutem Bluttest sind die TLI Werte nun im Normalbereich, was zeigt, dass sich die Bauchspeicheldrüse auch wieder etwas erholen kann. Ich gebe die Enzyme trotzdem temporär noch unterstützend, da mein Hund so empfindlich ist.

Verdauungsenzyme für Hunde: tierisch oder pflanzlich?

Es gibt verschiedene Zusammensetzungen bei Pankreasenzymen für Hunde, je nachdem, welche Art Nahrung am schwersten verdaut wird.

Enzyme sind natürlich kein Magenschutz. Beim Sodbrennen können sie aber ein Baustein für die Verdauung sein, sofern eine ursächliche Schwäche der Bauchspeicheldrüse von deinem Tierarzt bestätigt wurde. Sie sind nicht das Mittel gegen die Säure, sondern setzen praktisch noch einen Schritt zuvor an der Ursache an, sofern mangelhafte Verdauung bei deinem Hund zu Sodbrennen führt.

Wer Verdauungsenzyme für seinen Hund sucht, stößt schnell auf zwei Varianten: tierische und pflanzliche Enzyme. Beide sollen die Verdauung beim Hund unterstützen, indem sie Fett, Eiweiß und Stärke aus dem Futter aufspalten. Sie unterscheiden sich aber in Herkunft und Eigenschaften.

Tierische Enzyme stammen meist aus der Bauchspeicheldrüse von Schwein oder Rind und werden als Pankreatin bezeichnet. Sie enthalten Lipase (für Fette), Protease (für Eiweiße) und Amylase (für Kohlenhydrate), also genau das Spektrum, das die Bauchspeicheldrüse des Hundes selbst bildet. Ein Nachteil: Pankreatin reagiert empfindlich auf Magensäure. Deshalb sind manche Präparate magensaftresistent überzogen, damit die Enzyme erst im Darm freigesetzt werden. Leider gibt es bei tierischen Enzymen in Pulverform oft Berichte darüber, dass sie regelrecht das Maul des Hundes verätzen, ich persönlich sehe deshalb davon ab.

Pflanzliche Enzyme für Hunde werden meist nicht direkt aus Pflanzen gewonnen, sondern fermentativ mit Pilzkulturen hergestellt, zum Beispiel aus Aspergillus. Dazu kommen Enzyme aus Früchten wie Bromelain (Ananas) oder Papain (Papaya). Pflanzliche Verdauungsenzyme sind weniger empfindlich gegenüber Magensäure und wirken in einem breiteren Säurebereich. Sie sind außerdem die passende Wahl, wenn du tierische Produkte meiden möchtest. Ob sie tierisches Pankreatin in jedem Fall gleichwertig ersetzen, ist nicht für alle Einsatzgebiete belegt, meine persönlichen Erfahrungen mit pflanzlichen Enzymen sind jedoch einwandfrei, ich kann sie wirklich weiterempfehlen. Keine Reizungen am Maul und sie sind für meinen Hund ein regelrechter Wendepunkt gewesen. Die Dosierung solltest du mit dem Tierarzt besprechen.

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Noch ein wichtiger Punkt: Sollen die Kapseln Magensaft resistent sein oder nicht?
Zu Beginn der Enzymgabe riet mir mein Tierarzt, die Enzyme 15-20 Min. vor Fütterung die Kapsel zu öffnen und das zimmerwarme Futter vorverdauen zu lassen. Das ist eine Möglichkeit, jedoch bei Hunden mit starkem Sodbrennen und sehr empfindlichem Magen nicht so gut, denn das Futter gelangt dadurch bereits mit hochaktiven Enzymen in den Magen. Pflanzliche und mikrobielle Enzyme wie Papain, Bromelain oder Proteasen sind extrem säurestabil und arbeiten im sauren Magen munter weiter.
Das Problem dabei: Die schützende Magenschleimhaut besteht ebenfalls aus Eiweißen. Ist die Magenwand durch Sodbrennen ohnehin schon gereizt oder entzündet, greifen die freigesetzten Eiweißspalter die Schleimhaut direkt an und können das Sodbrennen deutlich verschlimmern.

Aus diesem Grund sollte auf eine Vorverdauung im Napf verzichtet werden, wenn der Hund unter starken Magenproblemen oder Sodbrennen leidet. Mein Hund verträgt Verdauungsenzyme auch in nicht Magensaft resistenten Kapseln. Probiere es aus, oder bespreche mit deinem Tierarzt direkt ein Magensaft resistentes Produkt.

Sollen die Kapseln nun magensaftresistent sein oder nicht?
Magensaftresistente Kapseln sind bei einem sehr empfindlichen Magen die deutlich bessere Wahl. Sie verhindern, dass die Kapsel von der Magensäure zersetzt wird, und schleusen das Enzympulver unbeschadet durch den Magen. Erst im alkalischen Milieu des Dünndarms – genau dort, wo die Nährstoffaufspaltung ohne Magenbelastung stattfinden soll – öffnet sich die Hülle und setzt die Wirkstoffe frei.

Worauf du beim Kauf achten solltest
Wenn du Verdauungsenzyme für deinen Hund kaufen möchtest, helfen dir diese Punkte bei der Auswahl:

  • Klare Zusammensetzung: Das Produkt sollte offenlegen, welche Enzyme für die Verdauung enthalten sind und woher sie stammen (tierisch, pilzlich oder aus Früchten).
  • Enzymaktivität: Manche Hersteller geben noch die Aktivitätseinheiten für Lipase, Protease und Amylase an.
  • Für Hunde gedacht: Präparate für Menschen können Zusatzstoffe enthalten, die für Hunde ungeeignet sind, müssen es aber nicht. Ein Beispiel ist der Zuckerersatz Xylit, der natürlich für Hunde giftig ist.
  • Herstellerangaben zur Dosierung: Halte dich an die Fütterungsempfehlung, die sich meist nach dem Körpergewicht richtet.
  • Darreichungsform: Pulver lässt sich gut unters Futter mischen. Kapseln haben auch ihre Berechtigung, zum Beispiel wird meinem Hund leider übel, wenn ich die Kapsel öffne und unter das Futter rühre (mein Tierarzt riet mir, das Futter 15 Minuten vor Gabe von dem Pulver „vorverdauen“ zu lassen.)

Kurz gesagt: Ob tierisch oder pflanzlich, entscheidend sind Transparenz und Eignung für deinen Hund.

EPI beim Hund: Exokrine Pankreasinsuffizienz

EPI beim Hund: Exokrine Pankreasinsuffizienz
EPI beim Hund: Exokrine Pankreasinsuffizienz

Wir kommen in diesem Artikel immer tiefer ins Thema. Mein Hund hat also EPI, bestätigt u. a. über den fTLI-Test (Bluttest). EPI ist die Abkürzung für exokrine Pankreasinsuffizienz, oder Bauchspeicheldrüseninsuffizienz beim Hund, auch Bauchspeicheldrüsenschwäche genannt: Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Verdauungsenzyme, der Hund verwertet sein Futter schlecht, nimmt manchmal sogar trotz gutem Appetit ab und hat oft ungeformten, fettigen Kot.

Bauchspeicheldrüse beim Hund

Die Bauchspeicheldrüse beim Hund liegt neben Magen und Dünndarm. Symptome von Problemen sind Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Die Bauchspeicheldrüse hat zwei Aufgaben: Sie produziert Verdauungsenzyme (exokrine Funktion) sowie Hormone wie Insulin (endokrine Funktion). Bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche (Pankreasinsuffizienz) ist nur die Enzymproduktion (exokrine) gestört; die Insulinproduktion bleibt davon unberührt und betrifft als eigenes Thema den Diabetes.

EPI beim Hund: Symptome

Typische EPI-Symptome beim Hund: Gewichtsverlust trotz Heißhunger, voluminöser, fettiger Kot, Blähungen, ständiger Durchfall und Fressen von Kot oder Gras. Fellverlust, stumpfes Fell, Bauchschmerzen, Schmatzen, u.s.w.

Es muss nicht immer alles zutreffen. Fatalerweise sah mein Hund nie wirklich schlecht aus oder war zu dünn, auch hatte er immer glänzendes Fell. Er hatte in erster Linie ständig Durchfall, fraß Gras und hatte Sodbrennen und Ohrenjucken (Ohren sind auch immer ein gutes Zeichen für einen gestörten Darm). Zudem auch noch Juckreiz wegen Futtermittel-Unverträglichkeiten am Maul. Ich suchte verschiedene Tierärzte auf, sogar zu Spezialisten und Dermatologen. Alle sagten mir, mein Hund sei gesund (er sei nervös, eine echte Allergie würde viel schlimmer aussehen, das ist nur eine leichte Ohrenentzündung, er hat vermutlich Giardien, ich sollte auch mal wieder entwurmen, …).
Kurz bevor ich endlich die Diagnose bekam, war es aber mittlerweile soweit, dass sein Fell stumpfer wurde (aufgrund des unentdeckten, bei EPI oft gravierenden Vitamin B12 Mangels), aber auch das war, wie gesagt, lange kein Anzeichen.

EPI beim Hund: Diagnose

Die EPI-Diagnose beim Hund läuft über den TLI-Test im Blut. Laut MSD Veterinary Manual gilt beim Hund ein niedriger TLI-Wert bis 5,5 µg/l als diagnostisch, dazu werden Cobalamin und Folat bestimmt. Elastase im Kot ist auch messbar, gilt aber als weniger zuverlässig.

Bei meinem Hund wurde über große Blutbilder und Kotbilder endlich die Diagnose durch einen alternativmedizinischen Tierarzt gestellt, der nicht wegschaute und die Symptome meines Hundes endlich ernst nahm. Über das Kotbild wurde das gesamte Desaster seines Drams aufgedeckt, das so lange verbogen geblieben war.

Futter bei Pankreasinsuffizienz, Nassfutter und Leckerlies

Bei Pankreasinsuffizienz wird meist auf gut verdauliches, moderat fettreiches Hundefutter geachtet und die Enzyme kommen zu jeder Mahlzeit. Manche Halter entscheiden sich für Nassfutter, andere füttern Trockenfutter (besser eingeweicht).
Auch Leckerlis zählen: Jede Kleinigkeit belastet die Verdauung, und Enzyme gehören auch bei fetthaltigen Snacks dazu. Alles Wichtige Fütterung habe ich bereits oben erwähnt unter „Futter bei Sodbrennen: Was füttere ich?“.

Lebenserwartung und Medikamente bei EPI

Manche Fragen sich sorgenvoll nach der EPI-Lebenserwartung. Wie es für deinen Hund aussieht, kann natürlich nur dein Tierarzt einschätzen, er kennt auch die Werte, auf die es ankommt. Zu den Medikamenten bei Pankreasinsuffizienz gehören vor allem Enzympräparate und Vitaminpräparate (Vitamin B12), die dein Tierarzt mit dir besprechen kann. Ich möchte dich durch das in diesem Artikel beschriebene aber ermutigen, tätig zu werden. Durch Darmaufbau, Vitamin- und Enzymgabe kannst du vermutlich sehr viel für deinen Hund tun.
Auch mit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz kann ein Hund bei passender Behandlung eine normale Lebenserwartung erreichen. 

EPI oder Pankreatitis beim Hund? Der Unterschied

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist nicht dasselbe wie EPI. Eine Pankreatitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Symptome sind Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber.
EPI dagegen ein Mangel an Enzymen. Bei meinem Hund lag der Spec-cPL-Wert unter 30, sodass zum Zeitpunkt des Tests keine aktuelle Entzündung mehr vermutet wurde, jedoch die Annahme aufkam, dass es eine lange unentdeckte akute Entzündung gab, die nun in einer Insuffizienz geendet war.

Beim Futter bei Bauchspeicheldrüsenproblemen solltest du, wie gesagt, auf einen niedrigen bis moderaten Fettgehalt achten, am besten unter ca. 8 % Fettgehalt in der Trockensubstanz (bzw. unter 3–5 % im Feuchtfutter). Denn die Bauchspeicheldrüse muss bei fettreicher Nahrung extrem hart arbeiten, um Lipase-Enzyme bereitzustellen, was Entzündungen und Schmerzen erneut auslösen oder verschlimmern kann.

Wenn dein Hund krank ist, empfehle ich dir wirklich, für ihn gesund zu kochen, damit er sich regenerieren kann. Wenn du trotzdem fertiges Hundefutter suchst, achte auf eine sehr kurze, transparente Zutatenliste, leicht verdauliche Proteine (wie Hähnchen oder Pute), einen niedrigen Fettgehalt, das Fehlen künstlicher Zusatzstoffe und idealerweise die Kennzeichnung als diätetisches Magenschonfutter. Aber bitte schau dir die Inhaltsstoffe an und recherchiere sie.
Ob Nassfutter oder Trockenfutter passt, hängt von deinem Hund ab – wobei Nassfutter durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt den Magen-Darm-Trakt meist deutlich besser schont und leichter zu verdauen ist als trockenes Extrudat.

Ich habe mit meinem Hund, wie erwähnt, die Erfahrung gemacht, dass Trockenfutter ihm mit seiner Bauchspeicheldrüsenschwäche nicht guttut.

Speziell bei einer Pankreatitis würde ich darauf achten, dass seine Ernährung extrem fettarm, leicht verdaulich, hochverfügbar und auf mehrere kleine, verdauliche Mahlzeiten über den Tag verteilt ist, um das Organ maximal zu entlasten.

Darm: Verdauungsprobleme, Durchfall, Leaky Gut

Beim Thema Sodbrennen ist der Darm selten weit weg. Bei meinem Hund hängt beides zusammen, und viele Halter erleben das ähnlich.

Verdauungs- und Darmprobleme beim Hund

Wenn du Verdauungsprobleme beim Hund beschreiben würdest, meinst du vermutlich: Durchfall, weicher Kot, Blähungen, Bauchgrummeln, wechselnder Appetit.

Magen-Darm-Probleme beim Hund ist der Oberbegriff, Symptome von Darmproblemen beim Hund sind Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Schleim im Kot, Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit. Und wenn du fragst, was du tun kannst: beobachten, Futter anpassen, Darmaufbau, Notfallzeichen ausschließen und bei Wiederholung zum Tierarzt.

Wenn du hier auf der Suche nach Hausmitteln oder Hundefutter bist, schau im Kapitel „Was hilft bei Sodbrennen beim Hund?“.
Ich halte es hier wie beim Sodbrennen: Schonkost, kleine Mahlzeiten, Ruhe. Und alles was bindet, mit Abstand zu anderen Mitteln wie Supplements oder Medikamenten. Wenige, gut verträgliche Zutaten, nicht zu fett, nicht ständig wechseln. Gerade bei empfindlichen Hunden wird Trockenfutter eingeweicht gegeben. Grundlegend ist hier eben auch der Aufbau der Darmflora nötig.

Durchfall beim Hund

Durchfall bei Hunden ist der häufigste Auslöser für Stress beim Halter und Suche nach einem geeigneten Futter. Meine Faustregel: Ein oder zwei Tage (wenig) Schonkost, ausreichend trinken (ggf. Elektrolyte geben), und wenn Blut, Fieber oder Apathie dazukommen, zum Tierarzt.
Was kannst du tun und was hilft? Hier gilt die gleiche Reihenfolge wie beim Sodbrennen: Notfall ausschließen, akut helfen mit einem Durchfallmittel oder den Tierarzt einbeziehen: besonders , wenn es nicht binnen Tagen besser wird.

Bei schleimigem Durchfall lohnt der Blick auf Darm und Futter (evtl. Giardien), und bei Wiederholung ein Kotprofil, um eine Fettverdauungsstörung oder eine gestörte Darmflora ausschließen zu können.

Kohletabletten für Hunde werden oft bei Durchfall genannt und meiner Erfahrung nach wirken sie gut. Sie binden aber nicht nur Giftstoffe, sondern auch Supplements und Medikamente. Deshalb halte ich zwei Stunden Abstand zu diesen ein.

Leaky Gut beim Hund und Zonulin (meine Erfahrungen)

Das Leaky Gut Syndrom beschreibt eine durchlässige Darmwand. Bei meinem Hund wurde in der Kotprobe ein Zonulin-Wert von 800 gemessen. Zonulin gilt als Eiweiß, das die Darmschranke reguliert, und wird als Hinweis auf eine erhöhte Durchlässigkeit gedeutet. Zum Zonulin Wert beim Hund fragt man sich dann: Ist mein Wert hoch? Der Wert meines Hundes lag also weit über 200, und genau an diesem Messwert aus dem Laborbericht erkannte mein Tierarzt, dass gehandelt werden muss, wir hatten endlich eine Diagnose.

Zu Leaky Gut: Behandlung gibt es meines Wissens nach keine konkrete Therapie. Ich arbeite mit angepasstem Futter, Darmflora-Unterstützung und Geduld.

Symptome können u.a. Durchfall, Blähungen, Juckreiz, Nährstoffmangel (stumpfes Fell), oder Unverträglichkeiten sein. Die Symptome von Leaky Gut treten auf, wenn die geschädigte Darmwand Giftstoffe, Bakterien und unverdauungspartikel unkontrolliert in den Blutkreislauf gelangen lässt. Diese Schadstoffe belasten die Leber stark, da sie ununterbrochen gegen die ständige Überflutung anfechten und filtern muss. Zudem führt die entzündete Darmschleimhaut dazu, dass Nährstoffe und Vitamine nicht mehr richtig aufgenommen werden können, was langfristig zu gravierenden Mangelerscheinungen führen kann.

Beid der Ernährung rate ich zu wenigen, einfachen Zutaten. Eher basisch statt sauer, fettarm. Es gibt Nahrungsergänzungsmittel, die die Darmwand beruhigen und unterstützen können. Man kann etwas tun, um den Körper zu unterstützen, die Giftstoffe auszuschleusen, antientzündliche Mittel, Vitamin- und Mineralstoff Supplementierung. Ob man ein Leaky Gut heilen kann, kann ich natürlich nicht versprechen, aber man kann etwas unternehmen. Mehr zu den einzelnen Mitteln nun im weiteren Text.

Nahrungsergänzung für den Darm des Hundes

Nahrungsergänzung für Hunde ist ein riesiges Feld, hier geht es vor allem um die Darmunterstützung. Mein Rat: nicht alles auf einmal, und immer mit einem Plan für Abstände. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Meine Nahrungsergänzungsmittel bei Leaky Gut und Bauchspeicheldrüsenschwäche

Gibt man mehrere Mittel gleichzeitig muss man immer schauen, dass sie sich nicht gegenseitig stören: Bindende Stoffe wie Zeolith schleusen andere Stoffe aus, Probiotika vertragen sich nicht mit allem, fettlösliche Stoffe brauchen Futter. Ich habe mir deshalb einen festen Tagesablauf gebaut, die Mengen lasse ich hier weg, denn sie gehören mit deinem Tierarzt abgesprochen.

ZeitpunktWasWie
Morgens, nüchternProbiotikaEtwa 30 Minuten vor der ersten Mahlzeit
Zum FutterVerdauungsenzyme, Spurenelemente und Mineralien, Multivitamin, Vitamine ADEK, Aminosäuren (besonders L-Glutamin), Krillöl, Lecithin, Akazienfaserpulver, Glutamin, Coprinus, Hericium, B12 & FolsäureVerdauungsenzyme immer zum Futter. Fettlösliches wird mit Futter besser aufgenommen. Alles langsam einschleichen und einzeln nacheinander einführen: immer nur eins neu, dann 3 bis 5 Tage beobachten usw.
Zwischen den MahlzeitenZeolith (bindet Schadstoffe im Magen-Darm-Trakt)Mindestens 2 Stunden Abstand nach (oder vor) dem Futter mit den Zusätzen), weil es diese Mittel bindet.
Abends, vor dem Spät-SnackSüßholzwurzelNach Packungsangabe bzw. ca. 1 Gramm pro 10 kg Körpergewicht am Tag

Alle Mittel bitte nach Packungsangabe dosieren und mit dem Tierarzt abstimmen.

Fazit: Sodbrennen und Verdauungsprobleme beim Hund mit Plan angehen

Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe: Sodbrennen und Verdauungsprobleme beim Hund hängen selten an einer einzigen Stelle. Das Sodbrennen ist oft das Symptom eines Zusammenspiels aus Magen, Darm, Galle, Bauchspeicheldrüse und ggf. Medikamenten, Fehlernährung oder Unverträglichkeiten. Kommt es öfter als nur gelegentlich vor, lohnt es sich, nach der Ursache zu suchen und das Futter zu verändern. Hausmittel, Schonkost und Nahrungsergänzungsmittel sind eine sehr wertvolle Unterstützung. Den Einsatz von Vitaminen, Aminosäuren, Heilpilzen etc. solltest du nicht unterschätzen. Ich habe mit dieser Zugabe, die ich konsequent seit ein paar Jahren durchführe, einen vollkommen anderen Hund und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich ihm helfen kann.
Der Tierarzt bleibt natürlich der Ort, an dem über Diagnose und Medikamente entschieden werden.

Meine Empfehlung: Süßholzwurzel (Pulver)

Für Hunde mit Sodbrennen ist Süßholzwurzel ein sanfter pflanzlicher Baustein. 

✓ Mit Pflanzenstoffen, die traditionell zur Unterstützung der Magen- und Darmschleimhaut eingesetzt werden
✓ Ich gebe es abends vor dem Spät-Snack, als Schutz für die Nacht (ca. 1 Gramm pro 10 kg Körpergewicht am Tag)
✓ Maximal 4–6 Wochen als Kur
✓ Nicht anwenden bei: Trächtigen/säugenden Hündinnen sowie Hunden mit Herz- oder Nierenerkrankungen oder Bluthochdruck
✓ Vorher mit dem Tierarzt abstimmen

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FAQ: Häufige Fragen zu Sodbrennen beim Hund

Was machen, wenn der Hund Sodbrennen hat?

Notfall ausschließen, kleine Mahlzeiten geben und bei anhaltenden Beschwerden den Tierarzt aufsuchen. Mehr dazu im Abschnitt „Sodbrennen beim Hund: Was tun?“.

Sollte ein Hund mit Sodbrennen Nass- oder Trockenfutter essen?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind Verträglichkeit, Fettgehalt und die Portionsgröße, Trockenfutter lässt sich gut einweichen. Ich würde eher Nassfutter geben oder selbst kochen.

Was hilft gegen Sodbrennen sofort mit Hausmitteln?

Bei akuten Beschwerden helfen eine kleine Menge Schonkost am besten. Hausmittel sind Heilerde, Haferschleim, Natron oder Kamillentee, sie sind natürlich kein Ersatz für eine tierärztliche Abklärung.

Wie macht sich eine Übersäuerung beim Hund bemerkbar?

Typische Zeichen sind Schmatzen, Lecken, Gras fressen, Aufstoßen, Unruhe oder Hecheln, Karatzen, Knabbern, besonders nachts.

Kann man Leaky Gut beim Hund heilen?

Abklärung der Ursachen, Ernährung und Darmunterstützung sind die Bausteine, die ich erfolgreich nutze.

Ist Süßholzwurzel-Extrakt dasselbe wie DGL?

Nein. DGL ist deglycyrrhiziniert, also ohne Glycyrrhizin. Normaler Süßholzextrakt enthält es und kann Blutdruck und Hormone beeinflussen. Immer das Etikett prüfen und den Tierarzt fragen.

Quellen:

Hinweis: Dieser Artikel ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden, bei Medikamenten und vor jeder Änderung des Futters oder der Ergänzungen wende dich bitte an deinen Tierarzt. Die Befunde gelten nur für meinen Hund. Die genannten Produkte sind keine Arzneimittel und nicht automatisch für jeden Hund geeignet.

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Sinja
Autorin für Hundeernährung & ganzheitliche Tiergesundheit im Cura Via Redaktionsteam: Sinja beschäftigt sich seit Jahren mit ganzheitlicher Gesundheit. Diesen Blick hat sie besonders auf die Gesundheit und Ernährung ihres eigenen Hundes übertragen – aus erster Hand kennt sie die Herausforderungen wie Darmaufbau oder Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenproblemen. Sie recherchiert sorgfältig in Fachliteratur, veterinärmedizinischen Quellen und Expertenartikeln, um ihre Leserinnen und Leser mit praxisnah erprobten, gut abgesicherten Tipps zu unterstützen.
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